Der Moorgeischd
Halb Tier, halb Geischd – geboren aus einer alten Weisweiler Begebenheit. Tippe auf die Punkte im Bild und entdecke Larve & Häs.
Entdecke die Larve und das Häs des Moorgeischd – tippe auf die nummerierten Punkte im Bild.
🔔 Die weißen Flecke bimmeln · 🗣️ Punkt 3 ruft „Moor – Geischder!“ (3×)
D’ Sage vom Moorgeischd
Der Narr „Moorgeischd“ geht auf eine wahre Begebenheit aus dem Jahr 1867 zurück. Das damalige Unglück wird auch in der Chronik der Gemeinde Weisweil erwähnt.
Einst waren Fuhrleute mit ihren Pferden auf einem Waldweg unterwegs. Durch das Hochwasser war der Weg überflutet und kaum noch zu erkennen. An der sogenannten Seestelle gerieten die Männer mit ihren Gespannen in die Fluten. Pferde und Fuhrleute fanden dort im dunklen Rheinwald den Tod.
Bei bestimmten Wetterlagen hörte man später das Wiehern der Pferde, die auf den Feldern am Waldrand beim Pflügen eingesetzt wurden. Wer zu dieser Zeit im Wald unterwegs war, glaubte jedoch, die unheimlichen Laute kämen direkt aus dem See und aus der sumpfigen Moorlandschaft.
Das Wasserloch wurde im Volksmund auch „Gerberlis Moor“ genannt.
Noch viele Jahre später erzählten die alten Leute im Dorf: Wenn der Wind heulend durch die Baumwipfel fuhr, düstere Wintertage über dem Rheinwald lagen und die Wildschweine durch das Unterholz zogen, dann hieß es:
„D’ Moorgeischder sin unterwegs!“
Aus dieser alten Begebenheit heraus entstand die Idee des Moorgeischd. Die Narrenzunft Moorgeischder Weisweil e. V. nahm sich der Überlieferung an und gestaltete Maske und Häs passend zur Geschichte, zum Rheinwald und zur geheimnisvollen Moorlandschaft.
D’ Larve
Die Larve des Moorgeischd trägt die wilden Züge eines Schwarzkittels. Die beiden Gesichtshälften unterscheiden sich deutlich voneinander.
Auf der einen Seite blickt ein unheimliches Geisterauge aus der Maske. Die andere Seite zeigt ein blutunterlaufenes Auge, das von kräftigen Adern durchzogen ist.
Acht weit hervorstehende Zähne – jeweils vier im Ober- und Unterkiefer – geben der Larve ihr bedrohliches und wildes Aussehen. Die beiden Gesichtshälften sind in erdigen Braun- und dunklen Grüntönen gehalten. Dadurch spiegeln sie die Farben des Waldes, des Moores und der feuchten Rheinauen wider.
Die Rückseite der Larve wird von einem Fellüberwurf bedeckt. Dieser ist farblich auf das Häs abgestimmt und lässt den Moorgeischd noch urwüchsiger und wilder erscheinen.
S’ Häs
S’ Urhäs
Das ursprüngliche Häs bestand aus zwei unterschiedlichen Hälften. Verwendet wurde graues und schwarzes Zottelfell, das an die groben Borsten eines Wildschweins erinnerte.
S’ neue Häs
Auch das heutige Häs ist zweigeteilt und verbindet die verschiedenen Bestandteile der Sage miteinander.
Die eine Hälfte besteht aus Fleckle in fünf Farben. Sie stehen für:
- den Wald,
- die Erde,
- das Moor,
- die Bäume
- und den Geischd.
An den weißen Fleckle, die den Geischd darstellen, werden Glöckchen getragen. Ihr Klang kündigt den Moorgeischd schon von Weitem an und erinnert an die unheimlichen Geräusche, die einst durch den Rheinwald hallten.
Die andere Hälfte des Häs stellt das Wildschwein dar. Braunes oder schwarzes Fell erinnert an seine dunklen Borsten und an die Schwarzkittel, die seit jeher durch den Rheinwald ziehen.
Abgerundet wird das Häs durch die traditionellen Seilschuhe.
So zieht der Moorgeischd bis heute durch die Gassen – halb Tier, halb Geischd, geboren aus einer alten Weisweiler Begebenheit und daheim im dunklen Moor und im wilden Rheinwald.